Stolperstimme

Stolpersteine in Münster

Fragen stellen, wo bisher nur ein Name steht.

Stolperstimme beantwortet Fragen zu den Menschen, an die Münsters Stolpersteine erinnern. Die App läuft im Browser, auf dem Handy wie am Rechner. Fragen kannst du tippen oder sprechen.

Die Antworten stammen aus Quellen, die Archive, Vereine und Gedenkinitiativen freigegeben haben. Zu jeder Aussage steht die Fundstelle dabei. Wo die Quellen schweigen, benennt Stolperstimme die Lücke.

Ehrenamtlich entwickelt von Sandra Rogel, Luke Bölling und Dr. Thorben Jensen.

Der Ausgangspunkt

Auf dem Stein steht, was auf zehn mal zehn Zentimeter passt.

Ein Name, ein Geburtsjahr, wenige Daten, ein knapper Hinweis auf Verfolgung und Tod. Mehr trägt die Messingplatte nicht. Sie liegt vor dem Haus, in dem dieser Mensch zuletzt aus freien Stücken gewohnt hat.

Wer mehr wissen will, ist auf das angewiesen, was gerade zur Hand ist: eine Tafel, ein Audioguide, eine Broschüre. Alle erzählen dieselbe Geschichte in derselben Reihenfolge, für alle gleich.

Was fehlt, ist eine Form für spontane Fragen am Ort, bei der die Auswahl der Quellen in fachlicher Hand bleibt.

So funktioniert es

So kommt eine Antwort zustande.

Von den Quellen über die App bis zum Gerät am Gedenkort.

Kurations-Oberfläche mit Stein-Datensatz, Eingabefeldern und einer Liste bekannter Lücken

Kuratierte Quellen

Menschen entscheiden, was hineinkommt

Archive, Vereine und Gedenkinitiativen geben die Quellen frei, Fachleute bereiten sie auf. Die Auswahl geschieht, bevor das Modell zum Einsatz kommt. Das System durchsucht ausschließlich diesen freigegebenen Bestand.

Antwort von Stolperstimme mit nummerierten Quellenbelegen im Antwortstil Einfache Sprache

Die App

Fragen tippen oder sprechen

Die App öffnest du im Browser, auf dem Handy wie am Rechner. Du wählst einen Stein und stellst deine Fragen, getippt oder im Sprachmodus gesprochen. Zu jeder Aussage steht die Fundstelle dabei, auf Wunsch in Einfacher Sprache.

Stolperstimme-Gerät mit leuchtendem Logo in einer Hand

Vor Ort

Ein Gerät am Gedenkort

Für den Besuch am Stein selbst gibt es zusätzlich den Dialogstein: ein kleines Gerät, das die Frage aufnimmt und die Antwort spricht. Es genügt, ihn in die Hand zu nehmen. Der Blick bleibt am Stein.

Die Methode hinter Stolperstimme nennen wir Curated Conversational Learning. Sie lässt sich auf andere Erinnerungsorte übertragen, an denen kuratierte Quellen auf spontane Fragen vor Ort treffen.

Was Curated Conversational Learning bedeutet

Verantwortung

Absicherung auf drei Ebenen.

Persönliche Verfolgungsgeschichten verlangen klare Grenzen für das, was ein System tun darf. Wir ziehen sie an drei Stellen.

  • Konzeptionell

    Eine klare Sprecherrolle

    Die Rolle ist festgelegt: Das System antwortet als sachkundige Expertin und spricht in der dritten Person über die verfolgte Person. Wörtliche Zitate erscheinen ausschließlich mit Beleg.

  • Kuratorisch

    Die Schwelle liegt vor dem Modell

    Welche Quellen aufgenommen und wie sie aufbereitet werden, entscheiden Fachleute aus Archiven, Vereinen und Gedenkinitiativen. Diese Auswahl treffen Menschen.

  • Technisch

    Quellenbindung und Prüfung

    Jede Antwort wird gegen die kuratierten Quellen geprüft und mit ihrer Fundstelle gekennzeichnet. Eine Evaluation misst, wie treu die Antworten an den Quellen bleiben. Sie ist im Aufbau.

Wo die Quellen schweigen, schweigt das System und benennt die Lücke.

Für Städte, Archive und Gedenkstätten

Stolperstimme für Ihren Ort.

Stolperstimme ist für Münster aufgebaut, mit rund 300 Stolpersteinen. Für weitere Orte richten wir das System auf den dortigen Bestand ein.

  • Ein eigener Zugang für Ihren Ort

    Eine Web-App unter eigener Adresse, mit einer Karte aller Stolpersteine vor Ort. Barrierearm gebaut, auf dem Handy wie am Rechner nutzbar.

  • Die Redaktion bleibt bei Ihnen

    Ihre Fachleute und Ehrenamtlichen erhalten einen Kurationszugang: Quellen ergänzen, Angaben korrigieren, weitere Steine aufnehmen.

  • Quellenarbeit mit menschlicher Freigabe

    Wir bereiten die vorhandenen Quellen auf und erschließen sie für den Dialog. Jeder Stein durchläuft vor der Freischaltung eine Prüfung durch Menschen.

  • Ergänzungen nach Bedarf

    Sprachbedienung, ein Gerät am Denkmal, Leichte Sprache und weitere Sprachen, Begleitmaterial für Schulklassen.

Wie das für Ihren Ort konkret aussieht, besprechen wir am besten persönlich. Ein Hinweis vorab: Vorhaben dieser Art sind häufig über Budgets für Erinnerungskultur, kulturelle Bildung oder Digitalisierung förderfähig.

Wer steht dahinter

Ein ehrenamtliches Projekt aus Münster.

Eine Historikerin, ein KI-Researcher und ein Data Engineer. Wir entwickeln Stolperstimme in unserer Freizeit.

Entstanden ist es 2025 in 48 Stunden bei einem Hackathon in Münster. Seitdem bauen wir daran weiter, im Austausch mit historischer Forschung und Gedenkarbeit. Stolperstimme ist in Erprobung. Wir entwickeln die Methode weiter und stellen sie zur Diskussion.

  • Sandra Rogel

    Historikerin

  • Luke Bölling

    KI-Researcher

  • Dr. Thorben Jensen

    Data Engineer

Erprobung

In Lehrveranstaltungen und im Feld: mit Schulklassen, bei Stadtführungen, beim einzelnen Besuch am Stein.

Übertragung

Auf andere Erinnerungsorte, weitere Städte und Sprachen. Überall dort, wo kuratierte Quellen auf spontane Fragen vor Ort treffen.

Im Austausch entstanden mit

  • Villa ten Hompel
  • Spuren Finden e. V.
  • LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

Vor Ort

Stell deine eigene Frage.

Wähle einen Stolperstein in Münster und stell deine Frage. Die Antwort nennt die Quelle, auf die sie sich stützt.

Beispielhafter Gesprächseinstieg

Hier lebte Anna Lübke. Was möchtest du über ihr Leben wissen?

Video, etwa 2,8 MB. Wird erst beim Klick geladen.

Was im Video passiert

Eine Hand hält ein kleines rundes Gerät, den Dialogstein, über vier Stolpersteine im Gehwegpflaster.

Das Gerät erkennt den Ort und begrüßt mit der Frage: „Hier lebte Anna Lübke. Was möchtest du über ihr Leben wissen?“

Die Antwort wird gesprochen und nennt die Quelle, auf die sie sich stützt.

Kontakt

Schreib uns.

Du siehst einen Einsatzort in Gedenkstätte, Schule oder Stadtführung? Du würdest das für eine andere Stadt oder Sammlung ausprobieren? Oder du siehst eine Stelle, an der wir das System begrenzen sollten? Wir freuen uns über beides, Interesse und Widerspruch.

Anliegen

Deine Angaben werden über den Dienst Formspree an uns übermittelt und nur zur Bearbeitung deiner Anfrage verwendet. Näheres in der Datenschutzerklärung.

oder direkt schreiben: kooperation@stolperstimme.de