Die Methode
Curated Conversational Learning
Stolperstimme ist aus einer praktischen Frage entstanden: Wie lässt sich historisches Wissen so zugänglich machen, dass Menschen am Ort ihre eigenen Fragen stellen können, während die fachliche Verantwortung bei Fachleuten bleibt?
Aus der Antwort darauf haben wir eine Methode abgeleitet und ihr einen Namen gegeben: Curated Conversational Learning. Sie besteht aus drei Bestandteilen, die gleichzeitig wirken.
Curated
Kuratierte Wissensbasis
Die Quellen stammen aus Archiven, Vereinen und Gedenkinitiativen. Fachleute wählen aus, was aufgenommen wird, und bereiten es auf. Die kuratorische Schwelle liegt damit vor dem Modell. Antworten werden aus diesem freigegebenen Bestand abgerufen und mit Belegen versehen.
Conversational
Dialogischer Zugang
Der Zugang ist ein Gespräch, getippt in der App oder gesprochen am Gerät vor Ort. Nachfragen, Querverweise und Wechsel der Tiefe sind jederzeit möglich. Der Verlauf richtet sich nach dem, was gefragt wird, und liegt damit bei den Nutzerinnen und Nutzern.
Learning
Adressatengerechtes Antworten
Antworten passen sich an Sprachniveau, Vorwissen und Lernziel an, von Einfacher Sprache bis zur fachlichen Tiefe. Für Lernkontexte lassen sich Profile hinterlegen, die etwa Quellenkritik oder Fragekompetenz in den Vordergrund rücken.
Übertragbar auf andere Orte
Stolperstimme ist eine Anwendung dieser Methode. Die Methode selbst ist nicht an Stolpersteine gebunden. Sie passt überall dort, wo eine kuratierte Quellenbasis auf spontane Fragen vor Ort trifft: Gedenkstätten, Museen, lokalhistorische Initiativen.
Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein. Es braucht Quellen, für die jemand fachlich einsteht. Und es braucht die Bereitschaft, Leerstellen als Leerstellen auszuweisen. Wo die Quellen schweigen, schweigt auch das System und benennt die Lücke.
